Terminhinweis

22. Jun 2007

KAMPFANSAGEN!
22.-24. Juni 2007

Berlin/Neukölln: Im Rahmen des Festivals „48h Neukölln“ findet eine Ausstellung der KuK-Ölbilder statt. Dazu gibt es in drei Veranstaltungen jede Menge Hintergrundinformationen zu den Bildern, dem Konzept und der Arbeit von KuK

G.B.S.P.H. // A.C.A.B. // U.S.W.

Ab und zu kommt es vor, dass Layouter auf ihren Plakaten kleine Nachrichten in Form von Symbolen, Schriftzügen oder Bildchen verstecken, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt. Einige Beispiele und ein deutliches Pledoyer für mehr solcher Sachen hier:

Ganz Berlin soll Pankow heissen:

Homosexualität im Tierreich:

Eine Obstkombination, beliebt bei Antifa, Hooligans und anderen Polizeigegnern:

Freikämpfen??

Die alte Tradition, Bomben vor dem Abwurf mit Nachrichten für die Adressaten zu versehen weitergeführt:

V.i.S.d.P.

20. Jun 2007

Jedes Plakat sollte ihn haben, circa 70% aller Plakate haben ihn auch:
Den klitzekleinen Schriftzug irgendwo am Rand in 7er Schriftgröße, der mit „V.i.S.d.P.“ anfängt. Der „Verantwortliche im Sinne des Presserechts“ hat eine einfache Funktion. Er soll verhindern, dass Plakatierer – sollten sie erwischt werden – neben der Sachbeschädigung auch für den Inhalt des Plakates verantwortlich gemacht werden.

Verantwortlich ist dann die Person, die nur bei genauem Hingucken am Rande des Plakats zu sehen ist. Dabei ist es nicht relevant, ob die Person existiert oder nicht. Besser ist es sogar, wenn sich keine reale Person für das Plakat verantworten muss.

Und so hat sich ganz am Rande noch eine kleine Stelle auf dem Plakat etabliert, in der sich die Layouter_in austoben kann. Ein flüchtiger Blick über die Plakate die hier rumliegen lässt eine Einteilung der „Verantwortlichen“ in drei Kategorien zu.

1. die Vorbilder
Dort tummeln sich Kommunist_innen, Theoretiker_innen und andere Menschen zu denen man einen positiven Bezug hat:
Hanna Ahrendt
Georgi Konstantinovitsch Schukov
Herbert Baum
Konrad Wolf
Joe Strummer
Bon Scott
Seltsamerweise hatte die AANO auf ihrem letzten Plakat als V.i.S.d.P. „N.Bersarin, Am Trümmerweg 13, 021945 Potsdam“ angegeben. Ging es da mit der eigenen Faschismusanalyse schon wieder abwärts?

2. die Gegner_innen
Hier trifft es vor allem Nazis und Bullen. Auf einem Plakat gegen einen Treptower Naziaufmarsch fand sich die Angabe „Andreas Thürmann, Stalinallee 181, 12345 Berlin“ ein Plakat für die Silvio Meier Demo zierte der Name „Nicola Rothermel“ (damals Pressesprecherin der Berliner Polizei).

3. Fantasienamen
Diese Rubrik ist mit Abstand die Umfangreichste. Ein paar Beispiele:
Freya Fluten
P. Repared
P. Rügelprinz
N.G. Area
G. Löbnix
Malan Wand
Christiane Info von Unz
Liselotte Meier
Clara Fall
Seed Tobocman (es wird viel geraucht in Neubrandenburg)
R. Gurl (aus der Genderstraße 68)
Linden C. Enter

Auch bei den Adressen treten deutliche Preferenzen hervor:
Straße der Pariser Kommune 1
Platz der künstlerischen Freiheit
Straße der Jugend
Rigaer Straße
oder für ganz abgefahrene
Platz des himmlichen Friedens

Die beliebteste Postleitzahl ist übrigens 12345 (irgendwo in Berlin-Treptow)

Falls ihr noch ähnliche (oder bessere) Beispiele habt: Her damit.

HKS98K, Juni 2007