G8 an allen Fronten

22. Mai 2007

Kein Thema – nicht einmal der 1.Mai in Berlin – sorgt dieses Jahr für soviel Diskussion, Bewegung und vor allem bedrucktes Papier, wie der G8-Gipfel in Heiligendamm. Jede Gruppe die mobilisiert, hat dafür ihre eigenen Plakate gedruckt und in der Gegend verklebt. Jedes Konzert und Festival wird derzeit dadurch geadelt, dass es „gegen G8″ ist. So verschieden, wie die Gruppen selbst und auch die Vorstellungen, was G8 ist und was man dagegen unternehmen sollte, so unterschiedlich sind auch die Plakate. Was positiv auffällt, ist erstens dass darauf zum großen Teil darauf verzichtet wird dem Kapitalismus ein Gesicht zu geben und zweitens das auf herkömmliche (männliche) Militanzdarstellungen verzichtet wird.
Aber macht euch selbst ein Bild (und schickt mir weitere Plakate, wenn noch welche fehlen – politisches.plakat[at]gmx.de)

Politischer Aufkleber

21. Mai 2007

Vorweg:
Bei Flickr/PolitischesPlakat04 gibts ein paar neue Plakate. Insgesamt sinds jetzt 687 Stück (davon allein 106 aus 2007). Derzeit haben alle Plakate nur noch einen Inhalt, aber dazu schreib ich in den folgenden Tagen nochmal was.

Jetzt etwas Offtopic
Politische Aufkleber und Subversion

„Als politische Subversion bezeichnet man eine Tätigkeit im Verborgenen, deren Ziel der Umsturz einer bestehenden Ordnung durch Unterwanderung und Untergrabung ist.“ (Quelle)
Zum Thema Subversive Gestaltung sei jeder_m folgendes Buch ans Herz gelegt: „Handbuch der Kommunikationsguerilla“
Subversion agiert natürlich aus einer Situation der Schwäche heraus. Es besteht keine starke Basis auf der diskursiv politische Diskurse bestimmt werden können. Deshalb wird grafisch bzw. inhaltlich an hegemoniale Diskurse angedockt, um so Betrachter_innen zu erreichen, verwirren und im besten Fall zu politisieren. Diese Taktik ist recht beliebt unter Linken, weil sie einen auflockernden Charakter im Gegensatz zum straighten politischen Grafikstil hat. Doch auch dieser Form sollten umfangreiche Überlegungen vorausgehen.

So tauchen seit einigen Jahren immer wieder Aufkleber auf, die sich an den Inhalt und das Layout der NPD anlehnen. Die Message wird in ihr Gegenteil verkehrt. Auch das wird im weitesten Sinne von den Macher_innen als subversiv verstanden. Allerdings lässt das ein paar wichtige Aspekte von Subversion und Effekte von Naziaufklebern ausser acht.
Das Andocken an hegemoniale Dinge (in diesem Fall Propaganda der NPD) hat natürlich nicht vorrangig die Vernichtung der Hegemonie zum Ziel, sondern eine Art Trittbrettfahrt. Das stellt bei NPD-Propaganda natürlich ein Problem dar.
Aufkleber der NPD haben nämlich neben der inhaltlichen Vermittlung rassistischer und nationalistischer Slogans noch weitere Funktionen. Durch Aufkleber wird ein Gebiet abgesteckt. Massiv geklebte NPD-Aufkleber symbolisieren, dass mensch sich in einer Gegend befindet, in der die Neonazis die Dominanz besitzen. Ohne dass Neonazis real anwesend sind, wird eine Angstzone hergestellt.
Dabei ist es irrelevant, welcher Spruch auf dem Aufkleber steht. Eine Gegend die mit NPD-ähnlichen Aufklebern beklebt ist, auf denen nicht „Fremdarbeiter raus!“ sondern „Revisionisten raus!“ steht, hat die gleiche bedrohliche Wirkung auf Migrant_innen und andere potentielle Opfergruppen, wie eine in denen echte NPD-Sachen hängen.

Das Ziel dieser Aufkleber, sich kritisch mit Inhalten der NPD auseinanderzusetzen und Räume für Alternativen zu öffnen, wird so deutlich verfehlt. Teilweise wird sogar das Gegenteil erreicht.

Soviel meine Gedanken zu dem Thema. Ich wäre sehr an anderen Meinungen dazu interessiert.

Spaltprodukte

11. Mai 2007

In einem frühenden Beitrag habe ich versucht, die Trennungslinie in der Gruppe „Kritik&Praxis“ auch grafisch nachzuvollziehen. Ein Maulwurf in der KP bestätigte damals meine Analyse ;)

Nun haben sich die beiden Nachfolgegruppen konstituiert und die beiden ersten Plakate illustrieren sehr gut, dass nicht nur die inhaltlichen Fraktionen der KP ihre bisherige Politik weiterführen. Auch die grafische Umsetzung der unterschiedlichen Politik bleibt sich treu:

Das erste Plakat der Gruppe „Theorie Organisation Praxis [TOP]“ („die Kunterbunten“)

Das erste Plakat der Gruppe „Soziale Kämpfe“ („Die Konsistenten“)

Ich bin gespannt, wie es da weitergeht.

Sommer, Palmen, Sonnenschein

7. Mai 2007

Die Zeit der linken Open-Air Festivals hat begonnen:


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