Kleine Pause

22. Dez 2006

Bis Januar.

Kleines Quiz:
1. Welche 2 Aktionen, die mit Plakaten im Archiv vertreten sind, sind auf den Fotos zu sehen?
2. Welche 3 Plakate, die im Archiv vertreten sind, sind auf den Fotos zu sehen?

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Neue Lieferung

8. Dez 2006

So, 61 alte und neue Plakate hier und hier. Sind wieder ein paar tolle Plakate(1&2) und ein paar legendäre Demos dabei, vor allem die die nicht stadtgefunden haben (3&4) und Plakate aus Gegenden, die bisher nicht zu meiner politischen Landkarte gehörten (5&6).



Das Problem mit den 10 verschwundenen Plakaten hat sich auch geklärt. Da ich bei dem ersten Flickr deutlich mehr als 200 Plakate hochgeladen hatte, hat der Flickr beschlossen, 10 davon einfach zu verschlucken. Die sind jetzt wieder verfügbar.
Das heißt, es sind jetzt 517 Plakate im Netz.

Dank geht dieses Mal an die GenossInnen aus der Schweiz für die Plakate. Und hier nochmal der Aufruf: Wer noch Plakate rumzuliegen hat > (ordentlich) Fotografieren/Scannen und an politisches.plakat@gmx.de schicken.
Merci.

Gastbeitrag: Das gute Plakat (Teil 3)

Typographie
Typographie ist die Organisierung von Text in einer Fläche. Bei der typographischen Gestaltung eines Plakates stellt sich die Frage nach Schriftart, Schriftschnitt, Schriftgröße, Schriftausrichtung, Zeilenanstand, Laufweite und nach der Positionierung der einzelnen Textelemente in der Fläche und zueinander. Auch hier bestimmen Kontrast (bei Schrift eher der Grauwert) und Komposition die Wahrnehmung des Textes.
Textgestaltung unterliegt einer Reihe von Konventionen und Regeln deren Beachtung meistens sinnvoll ist. Sie alle hier durchzudeklinieren würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Deshalb nur einige Anmerkungen zur Wahl der Schriftart. Schriften können grob in zwei Gruppen unterteilt werden – Schriften mit Serifen (z.B. Times) und serifenlose Schriften (z.B. Helvetica). Serifen sind die kleinen Häkchen an den Buchstabenenden. Serifenlose Schriften eignen sich besser für Plakate weil die tendenziell gleichbleibende und meist breitere Strichstärke der Buchstabenzeichen den Kontrastwert des Schriftbildes erhöhen. Der Text bleibt auch aus der Distanz gut lesbar – eine entsprechende Schriftgröße vorrausgesetzt.
Schriften haben eine rhetorische Form, einen eigenen Ausdruck. Die Wahl des Schriftstils kann jedoch nicht unmittelbar vom Plakatinhalt abgeleitet werden. Ein mobilisierendes dynamisches Plakat benötigt nicht zwangsläufig eine dynamische Schriftart. Wir erwarten ja auch nicht das ein Witz mit einem lauten Lachen in der Stimme erzählt wird.
Die Schrift transportiert die Worte zu den LeserInnen. Sie ist in diesem Sinne Gestaltungsmittel. Ihre Form kann das einzige graphische Ausdrucksmittel in einem Plakat sein. Die Wahl der Schrift und ihre typographische Organisation sind dann gleich bedeutend mit der Entscheidung für ein Bild. Es gibt nicht nur Schriften die der Computer ausspuckt.
In Großbuchstaben (Versalien) gesetzter Text sieht sehr dekorativ aus weil er durch die fehlenden Ober und Unterlängen der Kleinbuchstaben so wunderbar linear und ausgeglicher daherkommt. Das lesen von längeren Texten in Großbuchstaben ist jedoch eine Zumutung. Gerade das im Vergleich zu den Großbuchstaben “unruhigere” Schriftbild der Kleinbuchstaben, die deutlicheren Unterschiede zwischen den einzelnen Buchstabenzeichen, erleichtern das Erfassen längerer Texte.

Farbe
Das Thema Farbe ist sehr umfangreich und eine kurze Abhandlung kann dem nicht Gerecht werden. Deshalb hier nur drei Anmerkungen:
1.) Aus Kostengründen werden viele Plakate nur zweifarbig gedruckt. Die Papierfarbe steht immer als dritte Farbe zur Verfügung. Durch das übereinanderdrucken von zwei Farben entsteht eine vierte Farbe. Zum Beispiel können Graustufenbilder auf diese Weise eingefärbt werden. Diese Technik nennt sich Duplex. Dabei wird festgelegt welches Spectrum von Grauwerten mit welcher Druckfarbe wiedergegeben werden soll.
2.) Es gibt auch andere Farbkombinationen als Schwarz-Rot.
3.) Die Monitordarstellung ist meistens eine Lüge, da Monitordarstellung und gedrucktes Ergebnis in den seltensten Fällen übereinstimmen.

Wahrheit und Effekt
Bilder, auch “Schriftbilder”, können in unterschiedlichen Gestaltungstechniken produziert werden. Die Technik gibt dem Auftritt eines Bildes seinen Charakter. Es ist ein großer Unterschied ob z.B. eine Fisch als Fotografie, Zeichnung oder als Holzschnitt dargestellt wird. In jedem Fall ist er eine Interpretation oder eine Erfindung von “Fisch”. Niemals jedoch die Abbildung der Wirklichkeit “Fisch”. Auch eine Fotografie ist ein gestaltetes Abbild der Wirklichkeit, sie ist, entgegen einer weit verbreiteten Meinung, keine objektive Ablichtung der Realität.
Die jeweilige Anmutung die von der gewählten Darstellungstechnik im Bild hinterlassen wird, ihre Interpretation oder Erfindung von Wirklichkeit, kann die Plakataussage unterstützen oder die Plakataussage selber sein, z.B. eine Verfremdung oder eine Reduktion. Effekte um der Effekte willen stolpern über sich selbst.

Der Raum zwischen den Dingen
Die Gestaltung bestimmt nicht nur Text und Bild. Die Fläche zwischen den einzelnen Plakatelementen ist ebenso ein Teil der Gestaltung. Durch die jeweilige Positionierung der Elemente erhält auch der Zwischenraum eine Form und wird zu einem eigenen Element. Aus der Wechselwirkung zu den anderen Elementen kann sich ein Spannungsverhältnis ergeben.
Es macht einen großen Unterschied ob ein Element in der Plakatfläche freisteht oder mit dem Untergrund verschmilzt. Der freie Raum ist das Medium das die Dinge zum sprechen bringt, der Raum den die Dinge zum atmen benötigen.

Plakatieren
Plakate kleben ist auch gestalten – die Gestaltung des öffentlichen Raums. Die Wahl des Ortes geht dem plakativen Eingriff als Gestaltungsentscheidung vorraus und unterliegt vergleichbaren
visuellen Kriterien wie wir sie oben skizziert haben.
Plakate lassen sich zu einer Tapete kleistern so dass man vor lauter
Muster kein Bild mehr sieht. Manche GestalterInnen legen ihr Plakatmotiv so an, daß es aneinandergeklebt, ein sich fortsetzendes Bild ergibt.

Wie das gute Plakat in die Welt kommt
Was nutzt das »gute Plakat» wenn es in der Ecke liegenbleibt, wenn es nicht zu den Leuten kommt? Plakate können neben dem das sie geklebt bzw. gehangen werden auch gefaltet und auf der Rückseite mit Text bedruckt als Faltplakate ihren Weg in eine Öffentlichkeit finden. Sie können auf Pappe geklebt auch als Picket/Schild auf Demonstrationen getragen werden. Ein Plakat kann meist ohne großen Aufwand als Bilddatei (zb PDF) über diverse Emailverteiler verschickt werden. Auf der Rückseite von kleinen Flugblättern kann gut nochmal das Motiv auftauchen. Die Presseerklärung kann auch mit einem Plakat/Bild versehen werden, die Medien sollten auch versorgt werden. usw. Wen man von einem Plakat/Bildentwurf überzeugt ist sollte man sich um eine Distribution genauso viel Gedanken machen. Und auch darüber ob das Bild vielleicht auch über den Entstehungsanlass hinaus zirkulieren kann.

Design is not enough!
Wir hoffen das wir euch mit diesen Basisbanalitäten einige Anregungen und Kriterien gegeben haben. Wir verstehen das als Sensibilisierung der GestalterInnen für das was sie tun und der BetrachterInnen für das was sie sehen.

Wir hoffen das deutlich geworden ist, das die Gestaltung von Plakaten bzw. bildlichen Mitteilungen keine technische Angelegenheit ist sondern eine politisch-kulturelle. Gestaltungstechniken dienen nur der Potenzierung des kommunikativen Anliegens. Klar ist auch das es keine unverrückbaren Regeln geben kann, sondern nur das nutzen von Konventionen wenn sie uns sinnvoll erscheinen. Im Kontext sozialer Bewegungen, müssen nicht nur die Inhalte sondern auch die Formen der Kommunikation, immer wieder neu diskutiert werden.

An diesem Punkt wollen wir auch noch einmal deutlich sagen das ein linker Begriff von Gestaltung unmittelbar auch immer ein gesellschaftliches Gestalten immanent hat und das eine Vorstellung von grafischer Gestaltung die im Sinne eines Verkaufens, eines Verpackens oder Schönmachens sich versteht ganz falsch am Platz ist. Emanzipative Gestaltung entspringt einer subversiven taktischen Aggression gegen das Netz der scheinbaren Möglichkeiten in der kapitalistischen Kultur – gepaart mit der Lust eines emanzipatorischen Gestus der den Blick auf das unmögliche eröffnet ist Gestaltung immer politischen Praxis.

Soweit erstmal.

Rainer M. & Sandy K. / bildwechsel.net

Gastbeitrag: Das gute Plakat (Teil 2)

7. Dez 2006

Das gute Plakat gestalten

Die gestaltete Form
Plakate gestalten bedeutet, einer Text- und/oder Bild-Idee eine Form zu geben. Die formalen Mittel und Methoden der Gestaltung entscheiden mit über die Wirkung der Plakataussage. Die gestaltete Form eines Plakates, ist als Bildsprache vom Plakatinhalt nicht zu trennen, sie ist Teil des Inhalts und manchmal sogar der Inhalt selber. Der Begriff Bildsprache ist hier durchaus wörtlich zu nehmen: Ein Plakat kann schreien, stottern oder flüstern.
Die gestalterische Entscheidung auf welche Art und Weise ein Plakat mit den BetrachterInnen kommunizieren soll, kann auch als Entscheidung für eine bestimmte Organisierung von textlichen und bildlichen Informationen verstanden werden: Ein Plakat kann den BetrachterInnen z.B. Informationen ins Gesicht spucken oder vor ihnen verstecken.
Wenn J.-E. Lundström in dem vorhergehenden Zitat, nach einer “Politik der Darstellung” fragt, ist das Finden einer eigenen Bildsprache, die sich gerade auch in ihren formalen Mitteln von einer “Warenästhetik” unterscheidet, vielleicht Teil der Antwort.
Weit entfernt davon, hier jetzt unterscheidende Merkmale einer “eigenen Bildsprache” aufstellen zu wollen, beschreiben und kommentieren wir nachfolgend einige formal-inhaltliche Gestaltungmethoden, die uns beim gestalten oder betrachten von Plakaten immer wieder begegnen. Missversteht unsere Aussagen nicht als “Regelwerk”. Sie sind vielmehr als Anregung und Kritik gedacht.
Wir verstehen sie als der Sensibilisierung für sog. nicht professionelle GestalterInnen, als auch für die RezipientInnen von Plakaten. Dabei geht es hier in erster Linie nur um gestalterische Grundlagen und nicht um den Komplex kultureller Produktion und der Produktion und Rezeption von Bildern im Allgemeinen. Das ist ein anders Buch

Texten
Ein guter Spruch, eine gute Parole, die richtige Frage zur richtigen Zeit am richtigen Ort vermag einiges zu leisten. Doch fallen die Wörter nicht vom Himmel. Eine einfache Methode um mit der Textfindung zu beginnen ist es z.B. alle Wörter und Sätze die euch zum Thema einfallen, ohne Denkverbot auf’s Papier zu bringen. Oftmal ergeben sich dann schon spielerisch – durch Austausch, Kombination oder einfache Ergänzungen – Neuerfindungen die weitaus spannender sein können als die Ausgangsideen.
Wird der Text zusammen mit Bildern oder in Bildern gedacht, ergeben sich wieder ganz andere Möglichkeiten einer Aussage. Dann wird mit Bildern getextet. Worte können Bilder sein und Bilder können Worte sein.

Zeichen, Worte und Bedeutungen
Plakate stellen meist eine inhaltliche Beziehung zwischen sprachlichen und visuellen Informationen her. Folgende Text-Bild-Kombinationen können z.B. unterschieden werden.

1.) Übereinstimmende Inhalte: Das Bild zeigt was der Text aussagt.
2.) Sich gegenseitig ergänzende Inhalte: Das Bild ergänzt den Text oder umgekehrt. Beides, Text und Bild, muss zum Gesamtverständnis der Aussage ausgewertet werden.
3.) Über sich hinausweisende Inhalte: Die eine Vermittlungsform (Text oder Bild) enthält eine Aussage, die nicht nur die andere ergänzt, sondern bei deren Verknüpfung als Schlußfolgerung eine zweite Aussage entsteht die über die erste hinausweist.

Ob eine Aussage wirklich so “ankommt” wie sie “gesendet” wurde ist fraglich. Die Vorstellung Kommunikation funktioniere nach dem “Sender-Empfänger”-Prinzip reduziert den kommunikativen Prozess auf eine eindimensionale Abfolge von Ursache und Wirkung. Die Bildsprache ist als Sprache kein neutrales Mittel, sondern wird von gesellschaftlichen Machtverhältnissen bestimmt. Dementsprechend sind sowohl der Akt des Mitteilens (z.B. “wer darf sprechen?”) als auch die Aufnahme des Mitgeteilten (z.B. “wem wird zugehört?”) eng mit diesen Machtverhältnissen verknüpft. Das kulturell bedingte Bild- und Begriffsrepertoire strukturiert die Rezeption des einzelnen: Das was wir sehen und hören, ist das, was wir gelernt haben zu sehen und zu hören. Das was wir nicht wahrnehmen, ist das, was wir nicht gelernt haben wahrzunehmen. Der Interpretationsrahmen eines Einzelnen ist abhängig von seinem jeweiligen sozialen, politischen und kulturellen Kontext.
Die Gestaltung von Kommunikation kann den kommunikativen Prozess nur begrenzt steuern. Vielleicht ist gerade diese Einladung zur Mehrdeutigkeit und Irritation das spannende am Gestalten.

Organisieren von Informationen – hierarchisieren und strukturieren
Auf vielen politischen Plakaten ist zuviel zu sehen. Der Spruch “weniger ist mehr” stimmt – meistens jedenfalls. Plakate sollten keine vergrößerten Flugblätter oder Wandzeitungen sein.
Ein Plakat ist eine Fläche die ins Auge springt. Es wird zunächst aus einer gewissen Distanz wahrgenommen, vielleicht aus dem Augenwinkel im vorbeigehen. Ist im Plakat ein visuelles Signal vorhanden das sich in die Warnehmung einklingt (Blickfang), folgt ein zweiter längerer Blick. Diese Schritte der Informationsaufnahme sollten auch die Organisation der Informationen, der textlichen und bildlichen Elemente, in einem Plakat strukturieren.
Eine Beschränkung der Informationen macht ihre Aufnahme für die BetrachterInnen einfacher und zwingt die PlakatgestalterInnen ihre Aussagen zuzuspitzen. Haupt- und Nebeninformationen dürfen nicht in Konkurenz zueinander treten. Das bedeutet nicht, dass die Hauptinformation immer groß und die Nebeninformation immer klein sein muß, sie sollten sich nur als solche voneinander unterscheiden. Wird diese Hierarchie der Informationen auf den Kopf gestellt, das Plakat in viele einzelne Text- und Bildelemente zergliedert oder mit zusätzlichen Nebeninformationen aufgefüllt, entsteht eine vibrierende Fläche, die gerade im Informationsrauschen heutiger Stadtlandschaften nicht wargenommen wird. Andererseits kann eine vibrierende Fläche neben lauter Blickfängen auch seine Berechtigung haben.
Wesentliche Informationen, wie z.B. Ort und Zeit einer Veranstaltung, können zugunsten eines Hauptmotivs auch sehr klein oder zurückhaltend ins Plakat integriert werden. Diejenigen, deren Informationsinteresse einmal geweckt wurde, finden auch die weiteren Informationen wenn das Plakat sie nicht vor ihnen versteckt.
Informationen zu strukturieren bedeutet, ihnen visuell unterschiedliches Gewicht zu geben, ihre Reihenfolge und ihre Verteilung in der Flächen unter Berücksichtigung der Lese- bzw. Blickrichtung in die Gestaltung mit einzubeziehen.

Kontraste
Im Gegensatz zueinander gestaltete Elemente bilden ein Spannungsverhältnis. Das bewuste Spiel mit groß/klein, hell/dunkel, schwer/leicht, laut/leise, exakt/gebrochen, farbig/unfarbig, scharf/unscharf usw. erzeugt schon auf der formalen Ebene eine visuelle Spannung. Stehen die Elemente eines Plakats sowohl inhaltlich als auch formal in einem Spannungsverhältnis zueinander, wird die Aussage zugespitzt. Wie auch immer das Verhältnis zwischen inhaltlichen und formalen Kontrasten jeweils aussehen mag, ob Form und Inhalt sich wiedersprechen oder ergänzen, Kontraste sind ein banales aber fundamentales Gestaltungsmittel.

Dynamik
Ein anderes Mittel Spannung in ein Plakat zu bringen ist die Anordnung aller oder einzelner Plakatelemente zu einer Bewegung. Bewegung hat immer eine Richtung. Eine Explosion bewegt sich z.B. im Radius aus einem Zentrum heraus. Weisen Plakatelemente in eine bestimmte Richtung oder sind sie zu einem bestimmten Punkt in oder sogar ausserhalb der Plakatfläche hin ausgerichtet, entsteht Bewegung. Die Wahrnehmung von Elementen, die aus der erwarteten horizontalen oder vertikalen Achse herausgedreht, oder aus der Bildmitte herausgerückt werden, unterliegt einer Konvention. Im westlichen Kulturkreis bedeutet eine Bewegung von rechts nach links (Leserichtung) vorwärts und von links nach recht rückwärts. Eine von links-unten nach rechts-oben verlaufende Linie lesen wir aufsteigend/positiv und eine von links-oben nach rechts-unten verlaufende Linie fallend/negativ.
Ein Eindruck von Bewegung entsteht auch wenn Elemente so angeordnet werden als ob sie in die Plakatfläche hinein- oder aus ihr hinausfielen. Weisen diese Elemente über den Plakatrand hinaus (liegen sie im Anschnitt) steigert sich ihr Bewegungsausdruck – sie sprengen sozusagen die begrenzte Plakatfläche auf.
Auch das Gegenteil von Bewegung kann beabsichtigter Ausdruck eines Plakates sein. Eine klar zentrierte Ausrichtung der Elemente wirkt statisch aber stabil.
Grafisches organisieren von Bewegung und Stillstand oder Ruhe und Unruhe ist ein Spiel mit Kontrasten.

Komposition
Aus dem Aufbau der Elemente auf der Plakatfläche, ihrer Komposition, ergibt sich ein Rhythmus. Elemente können an einer Stelle im Plakat verdichtet oder über die ganze Plakatfläche verstreut sein.
Das Auge der BetrachterInnen wird im Rhythmus der Plakatelemente geführt.
Richten sich alle Elemente an einem unsichtbaren Gitternetz (Layoutraster) aus, entsteht eine sehr strenge Ordnung. Hat die Positionierung der einzelnen Elemente in der Fläche oder ihr räumliches Verhältnis zueinander, keine innere Ordnung, fangen die Dinge an zu tanzen. Sie drohen dann allerdings auch sich zu verlieren. Vielleicht ist es hilfreich sich vorzustellen, wie ein Plakat als Musik klingen würde.
Auch eine Abbildung, etwa eine Fotografie die für ein Plakat benutzt wird, ist eine Komposition von Licht und Schatten, von Haupt- und Nebenmotiv, Forder- und Hintergrund. Die Wahl des Bildausschnittes ist dann ein kompositorischer Eingriff in den Bildaufbau.

[Ende Teil 2]


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